15 Jahre Welterbe Bamberg 

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 Zentrum Welterbe Bamberg
 Jahresbericht 2008 

 

 

 

 

 

Es tut gut am Ende eines Jahres inne zu halten und sich einen Überblick zu verschaffen über all das, was sonst im Strudel des Alltags untergeht und sich nur im ständigen Anwachsen der Aktenordner bemerkbar macht. Rechenschaft abzulegen ist besonders notwendig nach einem ersten Jahr in einer neuen Stelle. Zum 01.01.2008 übertrug die Stadt Bamberg das 2005 gegründete „Dokumentationszentrum Welterbe“ vom Baureferat ins Bürgermeisteramt mit dem neuen Namen „Welterbe-Zentrum Bamberg“ (inzwischen „Zentrum Welterbe Bamberg“, ZWB). Die Stelle ist für alle Belange, die das Welterbe Bamberg betreffen, zuständig und nur dem Oberbürgermeister weisungsgebunden. Sie besteht aus der Welterbebeauftragten als Stellenleitung, einem halbtags tätigen wissenschaftlichen Mitarbeiter und einer Sekretärin. Zwei weitere Mitarbeiterinnen sind stundenweise beschäftigt.

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Kl. rotes Rechteck (Bürger) Das Jahr 2008 

Dieses erste Jahr war geprägt vom Kennenlernen – Kennenlernen der Personen und der Aufgaben. Es war ein Jahr des Aufbruchs, des Aufbaus von Kontakten und Netzwerken, der Entwicklung von Ideen und des Beginns von Projekten. Eine solche Arbeitssituation ist eine spannende und inspirierende Herausforderung.

Der Rückblick zeigt, dass sehr Vieles erfolgreich auf den Weg gebracht wurde. Diese effektive Arbeit wurde ermöglicht durch die gezielte Förderung durch die Stadtspitze, die freundliche Hilfsbereitschaft vieler Bereiche der Stadtverwaltung und das besondere Engagement der Mitarbeiter. Auch die wohlwollende Akzeptanz des ZWB in der Öffentlichkeit und im Stadtrat war hilfreich und beflügelnd.

Wir hoffen, dass bis zum Ende des nächsten Jahres

  • einige der begonnenen Projekte beendet oder mit der entsprechenden Förderung etabliert sind,
  • die geplanten Veranstaltungen erfolgreich über die Bühne gingen,
  • die bisher noch unklaren Zuständigkeitsstrukturen geklärt werden konnten,
  • die Begeisterung und das Verantwortungsgefühl der Bamberger für ihr Welterbe weiter gestärkt wurde und
  • die Neugierde und die Zuneigung der jungen Menschen für ihre wunderbare Stadt gefördert werden konnte..

Denn wir wollen mithelfen die große Verpflichtung zu erfüllen, die die Stadt Bamberg mit der Bewerbung um den Welterbe-Titel eingegangen ist – dieses wertvolle Erbe, das der ganzen Menschheit gehört, für die jetzigen und die zukünftigen Generationen zu erhalten. Und wir wollen die nachhaltigen Chancen entdecken helfen, die das Welterbe Bamberg für die Lebensqualität seiner Bewohner und seiner Besucher bietet. Denn das bedeutet „Welterbe Bamberg“ – es ist wertvoll auf Dauer.

 

Hier finden Sie den kompletten Jahresbericht als PDF (3,62MB) zum Herunterladen

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 Im folgenden finden Sie einige Auszüge aus dem Jahresbericht

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Vermittlung des Welterbes in der Öffentlichkeit

Eine zentrale Aufgabe ist die Darstellung des Welterbes Bambergs in der Öffentlichkeit: in der Presse und anderen Medien, als Gastgeber auswärtiger Delegationen, in Führungen und Vorträgen und durch Veröffentlichungen.

In zahlreichen Interviews für Zeitungen, Radio und Fernsehen wurde das ZWB gebeten, über das Welterbe Bamberg, die Stelle selbst oder bestimmte Projekte zu berichten.

Mit langen Listen von Fragen zum Welterbe Bamberg ausgestattet besuchten mehrere Forschergruppen das ZWB. Am weitesten angereist war dabei eine Delegation aus Japan, die aus Professoren der Universität von Tokio bestand und sich vor Ort über die Auswirkungen des Welterbe-Titels auf eine Stadt informieren wollte. Ähnliche Fragen hatten etwa 30 ausländische Studenten der Universität Bamberg und Studentengruppen aus Mainz und aus Würzburg.

Vorträge hielt Frau Dengler-Schreiber u. a.:

  • beim Bürgerverein St. Gangolf zur „Frühgeschichte der Theuerstadt“,
  • bei der Jahrestagung der Landesdenkmalpfleger in München zum „Wert des Welterbe-Titels für eine Stadt – Versuch einer Analyse für Bamberg“,
  • vor Studenten des Aufbaustudiums Denkmalpflege der Universität Bamberg zu „Fragen der Denkmalpflege und des Welterbes in Bamberg“,
  • beim Förderverein der LGS zur „Entwicklung der Gärtnerstadt – Chancen durch die LGS“ und
  • zum „Virtuellen Stadtmodell“ zusammen mit Karl-Heinz Schramm bei der 16. Generalversammlung von ICOMOS in Quebec sowie beim Regionalforschungskolloquium der Universität Bamberg im Dominikanerbau

Thomas Lörner hielt einen Vortrag bei der Regionaltagung der OWHC in Regensburg und beim Regionalforschungskolloquium der Universität Bamberg zum Thema „Being at risk – Monuments on the Slopes of Bamberg“, der die Gefahr für die denkmalgeschützte Bergstadt Bambergs durch Hangrutschungen auf Grund von Straßenbau behandelte.

 

Der Erhalt des Welterbes und der Management-Plan

Die UNESCO verlangt von allen Welterbestätten die Erstellung eines sogenannten „Management-Plans“, der beschreiben soll, wie die jeweilige Stätte den Erhalt des „outstanding universal value“, des „herausragenden universellen Wertes“, dessentwegen sie in die Welterbe-Liste aufgenommen wurde, sicherstellt. Der erste 2004 erstellte Bamberger Management-Plan muss nach den 2008 veröffentlichten neuen Richtlinien überarbeitet werden.

Dieses Projekt bearbeitet der wissenschaftliche Mitarbeiter des Zentrums Welterbe Bamberg, Thomas Lörner, der auch den kontinuierlich geforderten Bericht über den Zustand der Welterbestätte Bamberg („Periodic Reporting“) verfassen wird.

 

Mittelalterliche Stadtstruktur im Sandgebiet
Stadtstruktur im Sandgebiet 
 

Zusammenarbeit mit Denkmalpflege und Stadtplanung

Wo es um den Erhalt der Welterbestätte Bamberg geht, berühren sich die Aufgaben des ZWB mit denen des Teams Denkmalpflege der Stadt Bamberg als Untere Denkmalschutzbehörde, z. T. auch mit denen der Stadtplanung, was im vergangenen Jahr zu Fragen über die jeweiligen Zuständigkeiten führte. Eine klare Abgrenzung der Aufgabenbereiche – etwa nach der Definition „was ist welterberelevant und was nicht“ – wird sich wohl nicht erreichen lassen. Sie ist bei entsprechender Kooperationsbereitschaft auch nicht nötig. Das ZWB sieht sich hier nicht als Konkurrent anderer, mit dem Welterbe befasster Abteilungen oder Ämter der Stadt Bamberg, sondern als Ergänzung und Ansprechpartner.

 

Welterbe als Chance für mehr Lebensqualität

Die vielfältigen Chancen, die mit dem Welterbe-Status verknüpft werden können, liegen im Bereich der Lebensqualität. Das UNESCO-Welterbe ist ein wesentlicher Teil der Identität der Stadt. Bamberg bietet wegen seiner besonderen und in vielerlei Hinsicht wertvollen Substanz hervorragende Anknüpfungspunkte für ein kulturell bereicherndes, familienfreundliches und angenehmes Leben – in jeder Altergruppe. Um diese Vorteile herauszustellen und nutzbar zu machen bietet sich eine Herausstellung des Querschnittsbereichs Welterbe an: Substanz, Qualität, Behutsamkeit in Bestand und Entwicklung. Leben und Arbeiten im Welterbe sind dann ein hervorragend nutzbarer Image- und Standortfaktor für Bamberg.

Somit muss der Managementplan nachhaltig einen Nutzen für möglichst viele Menschen herausstellen. Ökologische und kulturelle Nachhaltigkeit, die bereits von der UNESCO für das Welterbe-Management gefordert werden, können, um soziale und ökonomische Nachhaltigkeit ergänzt, die Basis für eine Welterbestadt mit bester Lebensqualität werden.

 

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Bamberg um 1900 von der Altenburg aus
Library of Congress(Washington, veröffentlicht zwischen 1890 und 1905)

 

 

 

 

 

 

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